Entwicklung der Strompreise für Unternehmen 2020

Graphik Strompreise 2020

Die Strompreise an der nationalen Strombörse sind aufgrund der Pandemie seit März 2020 stark gesunken. Untenstehend sehen Sie die Grafik, die sich auf die Entwicklung der Preise im Bereich F1 (Mo-Fr von 8.00 bis 19.00 Uhr), F2 (Mo-Fr von 7.00 bis 8.00 Uhr und von 19.00 bis 23.00 Uhr) und F3 (Mo-Sa von 23.00 bis 7.00 Uhr, Sonntage und Feiertage) bezieht. Die Preise sind in €/MWh angegeben.

Insbesondere ist zu erkennen, dass die Preise zu Beginn des Jahres 2020 im Durchschnitt höher waren, während sie dann kontinuierlich gesunken sind, bis sie im Mai 2020 einen Mindestwert erreichten und zwar auf Grund des nationalen Locksdowns, der einen starken Rückgang des Energieverbrauchs und damit des Preises verursachte. Seitdem sind die Preise langsam wieder gestiegen und haben Anfang 2021 einen durchschnittlichen hohen Wert erreicht. Wir sehen auch einen weiteren Rückgang im Oktober 2020 aufgrund des zweiten nationalen Lockdowns.

Der Preisanstieg zu Beginn des Herbstes war zweifellos auf eine minimale wirtschaftliche Erholung zurückzuführen und sicherlich auch auf einen steigende Stromnachfrage, wie in den kälteren Monaten üblich. Letzteres ist ein weiterer Trend, den wir gerne hervorheben: Die Energiepreise in den Sommermonaten sind in den meisten Jahren niedriger als in den Wintermonaten. Dafür gibt es mehrere Gründe: vom höherem Energieverbrauch im Winter bis hin zu dem bereits erwähnten Effekt der Photovoltaik, die in den Sommermonaten hilft, Energie mit sehr geringen Grenzkosten bereitzustellen.

We the Power

Photovoltaik-Module von oben fotografiert

Wie führt die Installation von Solarmodulen auf einem Kirchendach in Süddeutschland zu einer Energierevolution, wie kauft man ein Stromnetz ohne Eigenkapital, wie wird aus einer stillgelegten Wassermühle in Belgien eine der größten Energiegenossenschaften in Europa, wie bekämpft eine Energiegemeinschaft im Londoner Stadtteil Brixton die Energiearmut und den Klimawandel, wie wurde Europa elektrifiziert, wie revolutioniert die EU das Energiesystem und was hat eine „Sonnensteuer“ in Spanien mit dem „Kampf gegen Windmühlen“ zu tun?

Mit Fallbeispielen aus Deutschland, Spanien, Großbritannien und Belgien beantwortet der Dokumentarfilm „We the Power. The Future of Energy is Community-Owned” diese Fragen.

Link: https://youtu.be/75A9WGxoUn8

 

Doughnut Economics: Ein Krapfen als Zukunftsmodell

Graphik eines Doughnuts mit Darstellung der erneuerbaren Energiequellen

(c) 2021, REScoop.eu

Viele sprechen über den Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft – aber was bedeutet das konkret? Das von Kate Raworth gestaltete – und leicht verständliche – Modell der Doughnut Economics zeigt wie eine auf erneuerbare Energie setzende und ehrgeizige soziale Standards anstrebende Volkswirtschaft aussehen könnte. Die runde Form des Krapfens steht für einen Fortschritt durch Kooperation statt Wachstum durch Wettbewerb. Dabei geht es nicht nur um eine bodenständige und bürgernahe Energiewende, sondern auch um demokratische Kontrolle, Bildung und aktive Partizipation. Schließlich ist die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger unerlässlich, wenn Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft wirklich gelingen soll.

https://www.rescoop.eu/news-and-events/news/rescoop-eu-doughnut

Strommarkt: Die neuen Zahlen

Glühbirnen, die vom Überboden herunterhängen

Wer ist „frei‘“ und wer konsumiert „geschützt“? Wie oft wird der Stromversorger gewechselt – und wer ist der größte Anbieter? Die Aufsichtsbehörde ARERA hat jetzt neue Marktdaten veröffentlicht. Demnach nimmt die Bedeutung des geschützten Grundversorgungsdienstes kontinuierlich ab. So gibt es seit dem Sommer 2019 in Italien mehr Haushaltskunden auf dem freien Markt als im vollständig reglementierten geschützten Grundversorgungsdienst.

Das tritt auch auf Südtirol zu: laut den ARERA-Statistiken hatten im Dezember 2020 in Südtirol 61,80 % aller Haushaltskunden und 71,83 % der Business-Kunden für den freien Markt optiert – im Trentino waren es 52,09 % (Business-Kunden: 81,31 %). Südtirolerinnen und Südtiroler sind treue Kunden und wechseln den Anbieter selten. 2019 suchten sich in Südtirol nur 7,17 % (Mailand: 14,91 %) einen neuen Stromversorger – und diese Quote gehört zu den niedrigsten in Italien.

Link: https://www.arera.it/it/operatori/monitoraggio_retail.htm#consistenza

 

Entwicklung der Strompreise 2020

Graphik Strompreise 2020 bis 2021

Die Strompreise, die seit unserer Eröffnung bis heute verwendet wurden, sind aufgrund der Pandemiekrise seit März 2020 stark gesunken. Untenstehende Graphik zeigt dieses Phänomen der Entwicklung der Preise in F1 (Montag bis Freitag von 8:00 bis 19:00 Uhr, außer an Feiertagen) und F23 (alle anderen Uhrzeiten).

Wir erinnern daran, dass der Energiepreis unseres Angebots für Haushalte alle drei Monate aktualisiert und von ARERA anhand einer Preisprognose für die folgenden Monate festgelegt wird (zum Beispiel werden im Dezember 2020 die Preise für Januar, Februar und März 2021 beschlossen).

Strompreise 2020 bis 2021

Insbesondere ist zu erkennen, dass die Preise zu Beginn des Jahres 2020 im Durchschnitt höher waren, während sie ab April aufgrund des nationalen Lock-Downs einen starken Einbruch erlebten – dies hängt vor allem mit dem geringeren Energieverbrauch in diesem Monaten zusammen. Dieser Rückgang wurde auch in den Sommermonaten beibehalten, auch aufgrund des Effekts der Energieproduktion durch Photovoltaikanlagen, die dazu beiträgt, die Preise einzudämmen.

Ein Aufschwung der Preise war erst zu Beginn des Herbstes zu verzeichnen, sicherlich auch auf Grund des für die Wintermonate typischen höheren Heizungsverbrauchs.

Auch das ist ein Trend, den wir gerne betonen: Die Energiepreise in den Sommermonaten sind in den meisten Jahren niedriger als in den Wintermonaten. Dafür gibt es mehrere Gründe: von dem Bedarf nach höherem Energieverbrauch im Winter bis hin zu dem bereits erwähnten Effekt der Photovoltaik, die in den Sommermonaten hilft, Energie zum Grenzpreis von Null bereitzustellen.

Unsere Strompreise spiegeln die Entwicklung der Strompreise auf nationaler Ebene, die für alle Stromanbieter gleich ist, wieder, dies betrifft sei es Anbieter im freien als auch im geschützten Markt.

Die Stromrechnung verstehen

2 Personen die sich Informationen auf einem Blatt anschauen

Wusstet ihr, dass die Stromrechnung auch verständlich sein kann? Wie setzt sich eigentlich die Komponente Rohstoff Energie für Haushaltskunden zusammen? Ötzi Strom hat die Antwort.
Schaut euch dazu die Auflistung auf der dritten Seite der Ötzi-Rechnung an:

  • Rohstoff Energie
    Dieses Preissegment setzt sich aus einer Komponente für die Vermarktung (Kundenmanagement und Verkauf) in Höhe von 5,45 € pro Monat, der fixen Regelungskomponente DISPbt, dem Preis für den Ankauf von Energie in den Zeitzonen F1 und F23 inklusive der Netzverluste mit einem Preisnachlass von 5 % bei Ötzi Strom und einer variablen Regelungsquote, die für Maßnahmen gedacht ist, die dafür sorgen, dass auf dem italienischen Strommarkt jederzeit ein Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot herrscht, zusammen. Die Höhe der Spesen für Energie wird im geschützten Grundversorgungsdienst von der italienischen Regulierungsbehörde ARERA im Dreimonatsrhythmus festgelegt. Nur diesen Bereich der Stromrechnung kann Ötzi Strom als Lieferant aktiv beeinflussen.

 

  • Transport und Verwaltung des Zählers
    Diese Kosten entstehen bei der Stromlieferung für die Verwaltung der Übertragungs- und Verteilungsnetze und der Stromzählern. Die entsprechenden Erträge werden von Ötzi Strom direkt an den zuständigen Netzbetreiber weitergegeben. Die berechnete Beträge werden verbindlich festgelegt und daher von allen italienischen Stromanbietern übernommen.

 

  • Systemaufwendungen
    Diese Kosten werden im gesamtstaatlichen Rahmen für den Ausbau der erneuerbaren Energien und für die Weiterentwicklung des nationalen Netztes, das auch lokal eine Rolle spielt, verwendet. Initiativen, die durch diese Gebühr finanziert werden sind z.B. die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen, die Installation von Photovoltaikanlagen oder von Blockheizkraftwerken oder Anlagen mit anderen erneuerbaren Energiequellen.

 

  • Steuern
    Neben der Mehrwertsteuer (z.B. 10% für Haushaltskunden) wird auch eine Staatssteuer berechnet, deren Höhe sich am monatlichen Verbrauch orientiert und den lokalen Einzugsbehörden zu Gute kommt. Ansässige Haushaltskunden mit einer Anschlussleistung unter 1,5 kWh und einem monatlichen Verbrauch untern 150 kWh sind von dieser Steuer, die Teil des gesamtstaatlichen Steueraufkommen ist, befreit. Wenn man mehr als 150 kWh verbraucht, werden die befreiten kWh stufenweise reduziert. Bei Stromlieferung mit einer Leistung zwischen 1,5 kW und 3 kW und einem Verbrauch von 220 kWh, wird die Steuer nur für 70 kWh angewandt.

 

  • Fernsehgebühren für den Privatgebrauch
    Die TV-Gebühr beträgt 90 € pro Jahr für alle Haushalte mit Wohnsitz, die schon seit Anfang des Jahres bei Ötzi Strom sind und wird von der Agentur der Einnahmen festgelegt. Wer seinen Stromvertrag später – zum Beispiel Mitte des Jahres – abschließt, zahlt diese Gebühr im ersten Vertragsjahr nur für den verbleibenden Zeitraum bis zum 31.Dezember.

 

In unserem nächsten Newsletter analysieren wir die Stromrechnung für die Tarifgruppe „Verschiedene Dienste“.

Reduzierter Co2-Ausstoss: Nur ein kurzer Trend?

Verkehr in der Nacht

COVID-19 und die Folgen: 2020 wird als Jahr in die Geschichtsbücher eingehen, in dem es einen Rekord-Rückgang an CO2-Emissionen gegeben hat. Laut einer Studie des Forschungsnetzwerks „Global Carbon Project“ sank der Ausstoß von Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl im Vergleich zu 2019 um sieben Prozent. In den COVID-Hotspots USA (minus 12 Prozent) und EU (minus 11 Prozent) war der Rückgang der CO2-Emissionen besonders groß. Laut „Global Carbon Project“ handelt es sich um einen Rekordwert verglichen mit früheren Rückgängen etwa 1945, 1981 oder 2009.

Der Sektor mit dem größten Emissionsrückgang war dem Bericht zufolge der Verkehr und hier vor allem die Luftfahrt. Dort sank der CO2-Ausstoß weltweit um 22 Prozent, in manchen Ländern mit besonders einschneidenden Lockdown-Maßnahmen sogar um 30 Prozent. Ob der Rückgang der Emissionen sich in der Zukunft fortsetzt, sei derzeit noch nicht abzuschätzen, warnt das „Global-Carbon“-Forschungsteam unter Leitung von Pierre Friedlingstein von der University of Exeter in Großbritannien. Nach dem Rückgang der Emissionen aufgrund der globalen Finanzkrise seien die Emissionen 2010 um fünf Prozent angestiegen, als sich die Wirtschaft wieder erholte. Es bestehe die Befürchtung, dass auch 2021 ein sprunghafter Anstieg der CO2-Emissionen möglich sei. Im Oktober 2020 sei bereits wieder eine Annäherung an das Niveau von 2019 zu beobachten gewesen.

Mehrwertsteuer in der Stromrechnung

Taschenrechner

Wusstet ihr, dass die Lieferung von elektrischer Energie für Haushaltskunden, für Stromanschlüsse für Haushaltszwecke (wie etwa im Garten oder im Stiegenhaus), für Mehrfamilienhäuser oder für landwirtschafltiche Betriebe nur mit 10 % MwSt. belastet wird? Für den überwiegenden Anteil aller Waren und Dienstleistungen gilt in Italien bekanntlich eine Mehrwertsteuer in Höhe von 22 %.

Überprüft eure Stromrechnung und meldet euch bei uns, falls die MwSt. falsch berechnet wurde. Hier eine Übersicht der Kategorien, die ein Anrecht auf eine MwSt.- Ermäßigung auf 10 % haben:

  • Haushaltskunden (einschließlich der Stromanschlüsse für Haushaltszwecke)
  • Mehrfamilienhäuser
  • landwirtschaftliche Betriebe
  • Bergbauunternehmen
  • Fertigungsunternehmen (einschließlich Druckereien und Verlage)
  • Bonifizierungs- und Bewässerungskonsortien

Solarenergie: Ein Höhenflug

Arbeiter heben Photovoltaikmodule

Ein Modell – auch für Südtirol? Auf dem Stausee Lac des Toules an der Route zum Großen St. Bernhard betreibt der Westschweizer Energieversorger Romande Energie das weltweit erste schwimmende Solarkraftwerk im Gebirge. Die Versuchsanlage auf 1.800 Höhenmetern bündelt mehrere Vorteile: Die Atmosphäre ist dünner als im Tal, die Sonneneinstrahlung stärker, der See ist nach Süden ausgerichtet und im Winter reflektiert der Schnee auf den Berghängen das Licht auf die Photovoltaik-Elemente. Die Verwendung von doppelseitigen Paneelen, die auf beiden Seiten mit photovoltaischen Zellen versehen sind, ermöglicht es zudem, das von der Wasseroberfläche reflektierte Licht zu nutzen.

 

Die auf 36 Schwimmkörpern montierten Solarmodule, die im Seegrund verankert sind und sich mit dem Seespiegel heben und und senken, arbeiten daher 50 Prozent effizienter als vergleichbare Kollektoren in niedrigeren Lagen. Die Jahresproduktion beträgt 800.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von 220 Haushalten. Übrigens: Die Struktur kann bis zu 50 Zentimeter Schnee aushalten. Bei größeren Mengen rutscht der Schnee automatisch von den Platten ab, sobald die ersten Sonnenstrahlen auftauchen. Wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, ist ab 2021 ein Vollausbau auf einer Fläche von gut einem Drittel des Sees geplant. Das erweiterte Solarkraftwerk in hochalpiner Lage könnte dann 23 Millionen Kilowattstunden Strom für 6.400 Haushalte liefern.

Der Weg zur eigenen Energiegenossenschaft – das Beispiel Ecopower in Belgien

Verschiedene Hände kommen in der Mitte zusammen

1991 gehörte Dirk Vansintjan zu den Gründern der heute mit 60.000 Mitgliedern größten belgischen Energiegenossenschaft Ecopower und leitet als Präsident den Verband der europäischen Energiegenossenschaften REScoop.eu. Das Bürgerenergieprojekt Ecopower betreibt Wasserkraftwerke, Windturbinen und PV-Anlagen und produziert seit 2014 in einer eigenen Fabrik ökologische Holzpellets und Holzbriketts. In einem Interview spricht Dirk Vansintjan über den Weg von der belgischen Friedens- und Anti-AKW-Bewegung bis zur Übernahme einer baufälligen historischen Wassermühle und der Gründung von Ecopower.

Link: https://eu.patagonia.com/be/fr/story-95009.html