Die Stromrechnung verstehen – Firmen

Wusstet ihr, dass die Stromrechnung auch verständlich sein kann? Wie setzt sich eigentlich die Komponente Stromrechnung für Unternehmen zusammen? Ötzi Strom hat die Antwort.

Schaut euch dazu die Auflistung auf der dritten Seite der Ötzi-Rechnung an:

  • Rohstoff Energie
    Nur bei dieser Komponente haben wir als Stromanbieter Einfluss. Dieses Preissegment setzt sich aus einer Komponente für die Vermarktung (Kundenmanagement und Verkauf) in Höhe von ca. 10,28 € pro Monat, der fixen Regelungskomponente DISPbt, dem Preis für den Ankauf von Energie in den Zeitzonen F1, F2 und F3 oder den stündlichen Preis, den Netzverlusten nach F1, F2 oder F3 oder stündlich und einer variablen Regelungsquote, die für Maßnahmen gedacht ist, die dafür sorgen, dass auf dem italienischen Strommarkt jederzeit ein Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot herrscht, zusammen.
  • Transport und Verwaltung des Zählers
    Diese Kosten entstehen bei der Stromlieferung für die Verwaltung der Übertragungs- und Verteilungsnetze und der Stromzählern. Die entsprechenden Erträge werden von Ötzi Strom direkt an den zuständigen Netzbetreiber weitergegeben. Die berechnete Beträge werden verbindlich festgelegt und daher von allen italienischen Stromanbietern übernommen. Für Unternehmen ist die Leistungsquote in diesem Bereich relevant: bei Anschlüssen bis zu 30 kW wird diese Quote basierend auf der Vertragsleistung berechnet, oberhalb von 30 kW wird diese basierend auf der Spitzenleistung (maximal genutzte Leistung) berechnet.
  • Systemaufwendungen
    Diese Kosten werden im gesamtstaatlichen Rahmen für den Ausbau der erneuerbaren Energien und für die Weiterentwicklung des nationalen Netztes, das auch lokal eine Rolle spielt, verwendet. Initiativen, die durch diese Gebühr finanziert werden sind z.B. die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen, die Installation von Photovoltaikanlagen oder von Blockheizkraftwerken oder Anlagen mit anderen erneuerbaren Energiequellen. Für Unternehmen ist die Leistungsquote in diesem Bereich relevant wie auch in der Komponenten „Transport und Verwaltung des Zählers“
  • Steuern
    Neben der Mehrwertsteuer wird auch eine Staatssteuer berechnet, deren Höhe sich am monatlichen Verbrauch orientiert und den lokalen Einzugsbehörden zu Gute kommt. Diese Steuer wird allen Unternehmen und nicht ansässigen Haushaltskunden verrechnet. Die MwSt. beträgt im Normalfall 22 %, wie bereits in einer vorgehenden Newsletter erwähnt, gibt es hier Ausnahmefälle (hier geht es zum Artikel: https://www.oetzi-sev.it/mehrwertsteuer-in-der-stromrechnung/).

Entwicklung der Strompreise für Unternehmen 2020

Die Strompreise an der nationalen Strombörse sind aufgrund der Pandemie seit März 2020 stark gesunken. Untenstehend sehen Sie die Grafik, die sich auf die Entwicklung der Preise im Bereich F1 (Mo-Fr von 8.00 bis 19.00 Uhr), F2 (Mo-Fr von 7.00 bis 8.00 Uhr und von 19.00 bis 23.00 Uhr) und F3 (Mo-Sa von 23.00 bis 7.00 Uhr, Sonntage und Feiertage) bezieht. Die Preise sind in €/MWh angegeben.

Insbesondere ist zu erkennen, dass die Preise zu Beginn des Jahres 2020 im Durchschnitt höher waren, während sie dann kontinuierlich gesunken sind, bis sie im Mai 2020 einen Mindestwert erreichten und zwar auf Grund des nationalen Locksdowns, der einen starken Rückgang des Energieverbrauchs und damit des Preises verursachte. Seitdem sind die Preise langsam wieder gestiegen und haben Anfang 2021 einen durchschnittlichen hohen Wert erreicht. Wir sehen auch einen weiteren Rückgang im Oktober 2020 aufgrund des zweiten nationalen Lockdowns.

Der Preisanstieg zu Beginn des Herbstes war zweifellos auf eine minimale wirtschaftliche Erholung zurückzuführen und sicherlich auch auf einen steigende Stromnachfrage, wie in den kälteren Monaten üblich. Letzteres ist ein weiterer Trend, den wir gerne hervorheben: Die Energiepreise in den Sommermonaten sind in den meisten Jahren niedriger als in den Wintermonaten. Dafür gibt es mehrere Gründe: vom höherem Energieverbrauch im Winter bis hin zu dem bereits erwähnten Effekt der Photovoltaik, die in den Sommermonaten hilft, Energie mit sehr geringen Grenzkosten bereitzustellen.

We the Power

Wie führt die Installation von Solarmodulen auf einem Kirchendach in Süddeutschland zu einer Energierevolution, wie kauft man ein Stromnetz ohne Eigenkapital, wie wird aus einer stillgelegten Wassermühle in Belgien eine der größten Energiegenossenschaften in Europa, wie bekämpft eine Energiegemeinschaft im Londoner Stadtteil Brixton die Energiearmut und den Klimawandel, wie wurde Europa elektrifiziert, wie revolutioniert die EU das Energiesystem und was hat eine „Sonnensteuer“ in Spanien mit dem „Kampf gegen Windmühlen“ zu tun?

Mit Fallbeispielen aus Deutschland, Spanien, Großbritannien und Belgien beantwortet der Dokumentarfilm „We the Power. The Future of Energy is Community-Owned” diese Fragen.

Link: https://youtu.be/75A9WGxoUn8

 

Doughnut Economics: Ein Krapfen als Zukunftsmodell

(c) 2021, REScoop.eu

Viele sprechen über den Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft – aber was bedeutet das konkret? Das von Kate Raworth gestaltete – und leicht verständliche – Modell der Doughnut Economics zeigt wie eine auf erneuerbare Energie setzende und ehrgeizige soziale Standards anstrebende Volkswirtschaft aussehen könnte. Die runde Form des Krapfens steht für einen Fortschritt durch Kooperation statt Wachstum durch Wettbewerb. Dabei geht es nicht nur um eine bodenständige und bürgernahe Energiewende, sondern auch um demokratische Kontrolle, Bildung und aktive Partizipation. Schließlich ist die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger unerlässlich, wenn Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft wirklich gelingen soll.

https://www.rescoop.eu/news-and-events/news/rescoop-eu-doughnut